Pflegewohnhaus am Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau
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Pflegewohnhaus am Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau
Stadtrandstraße 555
13589 Berlin
Tel (030) 3702-29001
Fax (030) 3702-29000
Email
kontakt@pflegewohnhaus.com
Pflegewohnhaus am Ev. Waldkrankenhaus Spandau : Profil
Unsere Geschichte

Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft.

Die Geschichte des Pflegewohnhauses
Die Historie unserer Einrichtung ist eng mit der des Evangelischen Waldkrankenhauses Spandau verbunden. Ein Schwerpunkt der 1947 gegründeten Klinik war die Versorgung von chronisch Kranken, die nicht mehr allein in ihrer häuslichen Umgebung leben konnten.
Die Einführung der Pflegeversicherung 1996 rückte die pflegerische Versorgung, flankiert von hausärztlicher Betreuung, in den Vordergrund. Die stark medizinisch ausgerichtete Krankenhausversorgung entsprach nicht mehr den modernen Ansprüchen an die Betreuung alter, chronisch kranker Menschen. Sie sollten von nun an ihren Lebensabend in einer wesentlich wohnlicheren, „heimeligen“ Umgebung verbringen dürfen.

Von der Pflegestation zum modernen Pflegewohnhaus
Zunächst entstand aus der Abteilung für chronisch Kranke in der 5. Etage des Krankenhauses eine Pflegeeinrichtung mit 106 Plätzen. Um mehr individuellen Komfort für die Bewohner zu schaffen, entschloss sich der Träger (Verein zur Errichtung evangelischer Krankenhäuser e.V.), einen Neubau auf dem Gelände des Waldkrankenhauses zu errichten.
Im Februar 2002 wurde der Grundstein für den Neubau gelegt. Nur neun Monate später feierten Bauhandwerker, Gäste, Mitarbeiter und künftige Bewohner gemeinsam das Richtfest für das dreigeschossige Gebäude. Bereits im Juni 2003 konnten die Bewohner einziehen. Die Einweihungsfeier mit Segnung durch Altbischof Dr. Martin Kruse fand im Rahmen einer Feierstunde im Oktober 2003 statt.

Denkmalschutz für die Arbeiterstadt „Große Halle“
Der moderne Bau lässt schnell vergessen, dass sich an jener Stelle noch vor wenigen Jahren Gebäude mit historischer Bedeutung befanden. Auf dem Gelände nahe dem Spandauer Forst wurde zwischen 1939 und 1942/43 die Arbeiterstadt „Große Halle“ errichtet. Bauherr war Albert Speer, der im Auftrag Adolf Hitlers die Reichshauptstadt („Germania“) neu gestalten sollte. Nukleus sollte ein etwa 290 Meter hoher Kuppelbau im Zentrum Berlins sein, die so genannte Große Halle.
Die für dieses Vorhaben erforderlichen Arbeiter sollten in der Arbeiterstadt „Große Halle“ untergebracht werden. Im Gegensatz zu anderen Arbeitslagern wurden die Gebäude nicht im Barackenstil und als Provisorium erbaut, sondern als aus Stein gemauerte Gemeinschaftsunterkünfte, die für längeren Bestand angelegt waren. Geplant waren auch Sportplätze, Filmvorführmöglichkeiten, Theater, Festhalle und Schwimmbecken. Doch diese hochtrabenden Pläne wurden ebenso wenig umgesetzt wie der Bau der Großen Halle im Zentrum Berlins.

Zwangsarbeiter für die deutsche Kriegswirtschaft

Unterkunftsgebäude
Sammlung Bräutigam
In den Unterkünften der Arbeiterstadt „Große Halle“ wurden zunehmend zwangsrekrutierte Arbeitskräfte aus den von Deutschland besetzten Gebieten kaserniert. Ein Großteil der Insassen bildeten „Fremdarbeiter“ der Siemens-Werke, des Heereszeugamtes in Spandau und der Deutschen Industriewerke AG in Ruhleben, die teilweise eigenes Wach- und Kontrollpersonal im Sammellager abstellten.
Im April 1945 wurde das Gelände der Arbeiterstadt durch sowjetische Truppen besetzt. Danach bezog ein britisches Regiment bis Herbst 1946 die zum großen Teil unbeschädigten Gebäude. Mit Einwilligung der britischen Alliierten wurde 1947 das Evangelische Waldkrankenhaus Spandau gegründet.

Bewahren und Erinnern
Acht der Gebäude aus jener Zeit sind erhalten geblieben und stehen unter Denkmalschutz. Aufwändig modernisiert werden sie heute von der Krankenpflegeschule, als Hebammenhaus sowie für Veranstaltungen genutzt. Im Haus 16 dokumentiert eine Dauerausstellung die Historie der Arbeiterstadt „Große Halle“, die auch an das Leid der Zwangsarbeiter erinnert.

Quelle: Helmut Bräutigam, Arbeiterstadt „Große Halle“, Begleitheft zur Ausstellung, 1997



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